Heiß: Mit Crouch auf der Couch

Colin Crouch

Wegweiser: Colin Crouch zeigt, wie Markt und Moral harmonieren können. Foto: Uwe Willmann

In der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig brennt am Donnerstag, dem 13. März, ab 18 Uhr die Luft. Dann trifft sich in der Karl-Tauchnitz-Straße 1 der Wahl-Wiener Passagen-Verleger Peter Engelmann zum Gespräch über „Markt und Moral“ mit dem britischen Soziologen und Politikwissenschaftler Colin Crouch.

Peter Engelmann nimmt grundsätzlich kein Blatt vor den Mund: „Noch hält das Zusammenspiel von massenmedialer Verkleisterung der Gehirne, von ausreichender Befriedigung von grundlegenden Bedürfnissen wenigstens der Mittelschicht und der immer weiter gehende Ausbau des Repressionsapparats unsere Gesellschaft zusammen.“

Colin Crouch, der mit seinen Arbeiten zur Postdemokratie international für Aufsehen sorgte, zählt zu den führenden Neoliberalismus-Kritikern, lehnt aber auch das bloße Gegenteil ab. Engelmann: „In seinen Augen kann nur eine freie Marktwirtschaft, die durch staatliche Maßnahmen und zivilgesellschaftliche Interventionen reguliert wird, zu einer Wiederherstellung von Demokratie und sozialer Gerechtigkeit führen.“

Damit steht der Professor für Governance und Public Management an der University of Warwick im Gegensatz etwa zum Franzosen Alain Badiou („Lob der Liebe“), der im Passagen-Gesprächsband „Philosophie und die Idee des Kommunismus“ das Ende der liberalen kapitalistischen Demokratie erkennt und ein neues Erwachen der ursprünglichen Idee des Kommunismus schmackhaft macht.

Verleger Peter Engelmann bringt nicht nur Crouch und Badiou zusammen, sondern führt auch noch den slowenischen Philosoph und Psychoanalytiker Slavoj Zizek mit „Willkommen in der Wüste des Realen“ ins Feld. Nicht gleichzeitig in Leipzig, aber immerhin. Denn: „Damit stellen wir das breite Spektrum der gegenwärtigen Kapitalismuskritik in gut lesbarer und leicht zugänglicher Form zur Diskussion. In der Hoffnung, damit wichtige Anregungen für ein Nachdenken über die Krise und ein Engagement für die Verbesserung der Zustände geben zu können.“

Mehr unter www.passagen.at

Holger Gemmer

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