Lokatis: Glücksfall für die Buchstadt

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Jongliert mit Büchern und mit Worten – und macht Wissenschaft lebendig: Prof. Dr. Siegfried Lokatis. Foto: Doreen Bunke

Lokatis klingt altgriechisch gehaltvoll, ähnlich wie Sokrates und Herodot. Siegfried klingt kraftvoll und nach einer sagenhaften Erzählung. In Personalunion erwächst daraus Siegfried Lokatis – und ist ein Glücksfall für die Buchstadt Leipzig.

Der Buchwissenschaftler Siegfried Lokatis bringt reichlich Bewegung und Dynamik in einen Hochschullehr- und -forschungszweig, der von außen betrachtet und durch interessierte Laien bewertet eher ein stilles Wirken in halbdunklen Archiven vermuten lässt. Dass ein seriöser Professor ausgerechnet dort als pausenlos rotierende Windmaschine agiert und mächtig Staub aufwirbelt, darf deshalb durchaus erstaunen.

Doch auch diese Einschätzung entspricht nicht der ganzen Wahrheit. Pausenlos rotieren? Dieser Eindruck entsteht, gewiss. Zugleich ließe sich Siegfried Lokatis als eine Art Günter Netzer der Buchwissenschaft beschreiben: Ein geistreicher und ausdrucksstarker brillanter Könner, der zudem mit einer beinahe bewusst provokanten Lässigkeit auftritt.

Ähnlich wie der einstige Fußball-Held und erfolgreiche Manager Netzer ordnet aber auch Professor Lokatis mit goldenem Händchen sein Betätigungsfeld überaus wirksam und vorteilhaft. Die Buchwissenschaft und Buchstadt Leipzig gewinnen durch ihn merklich an Glanz und namhaftem Zuspruch. Intellektuelle Herausforderungen und reichhaltige Marketing-Raffinesse treiben ihn an.

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse macht Siegfried Lokatis wieder Station auf der Insel. Da hegt er ein besonderes Pflänzchen und fungiert als eine Art Gralshüter der legendären Inselbücher-Reihe. Auch das ist ein Beispiel, wie sich aus einer klugen Perspektive und fachlich fundiertem Witz aus vermeintlicher Erde Gold oder doch wenigstens edles Porzellan formen lässt …

Keine Überraschung auch, wenn irgendwann der Name Lokatis zudem Pate für eine Maßeinheit stehen würde – ähnlich wie Hertz, Watt, Volt oder Celsius: Dann könnte zum Beispiel 1 Lokatis für 10 gesprochene Worte pro Sekunde stehen. Wobei der Wahl-Leipziger Professor in Hochform dann sicherlich zuweilen auch zu 2 Lokatis fähig wäre …

Es bleibt auch dann noch ein Genuss, ihm zu lauschen. Oder sich durch ihn anregen zu lassen. Mehr zum umfangreichen Wirken und Wirbeln von Siegfried Lokatis findet sich unter http://www.uni-leipzig.de/~buchwiss/ .

Holger Gemmer

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