Das deutsche New York

Weil Mark Lehmstedt eine außergewöhnliche Spürnase besitzt, hebt der Leipziger Verleger regelmäßig besondere Schätze. Seine aktuelle Entdeckung ist „Das deutsche New York“. Autorin Ilona Stölken zeigt und beschreibt auf 320 Seiten, warum die US-Metropole im späten 19. Jahrhundert quasi die größte deutsche Stadt nach Berlin und Wien war.

Die reichbebilderte Reise des Lehmstedt-Verlages in die Vergangenheit beginnt im Jahr 1840, als in den USA zunehmend eine Masseneinwanderung einsetzt, und erstreckt sich über rund 100 Jahre. New York entwickelt sich rasch zu einer stark deutsch geprägten Stadt. Die vielfältigen Zeugnisse davon verschwinden jedoch erstaunlich schnell und rigoros, als die Vereinigten Staaten 1917 in den Ersten Weltkrieg eintreten.

Ilona Stölken macht sie in diesem schön gestalteten und sorgfältig recherchierten Werk des Lehmstedt-Verlages wieder sichtbar. Etwa den Ingenieur aus Thüringen, der die prägende Brooklyn-Bridge erschaffen hat, die deutschen Wurzeln des Pianoforte-Bauers Steinway oder der Gebrüder Lehmann, die einst groß und erfolgreich ins Finanzgeschäft einstiegen.

Neben einer faszinierenden Entdeckungstour gelingt Autorin Ilona Stölken außerdem eine Kultur- und Gesellschaftsgeschichte des 19. und 20, Jahrhunderts, die Wanderungsbewegungen großer Bevölkerungsgruppen, kulturelle Verschmelzungen, soziale Umwälzungen sowie wirtschaftliche und technische Entwicklungen greifbar und in größeren Zusammenhängen nachvollziehbar macht.

Mehr Informationen unter www.lehmstedt.de

Holger Gemmer

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