Erfolgsfaktor Buchgestaltung

Hochkarätige Buchgestaltung genießt in Leipzig eine große Tradition. Die Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), die gerade ihren 250. Geburtstag feiert, ist ein Beleg dafür. Für die Firma Schröder-Design ist der Erfolgsfaktor Buchgestaltung bereits seit zehn Jahren ein Schwerpunkt. Sie befruchtet damit Kunden weit über die Grenzen Leipzigs hinaus, denn das gedruckte Buch ist auf Dauer ohne eine attraktive Gestaltung kaum vorstellbar.

Leipzigs lebende Verleger-Legende Elmar Faber macht sich deshalb um die Zukunft des gedruckten Buches keine Sorgen. Das ist verständlich, denn er setzt auf hohe Qualität und legt einen ebenso großen Wert auf eine anspruchsvolle Ausstattung und Gestaltung von Büchern. Solche Bücher sind nach seiner Auffassung nicht digital ersetzbar.

Der erfolgreiche Geschäftsmann Faber weiß, dass seine Ideale nicht zwingend mit dem Kaufverhalten potenzieller Kundschaft harmonieren und er deshalb auch deren vielfältige Ansichten gut kennen muss. Er weiß auch, dass die Massen nicht vorrangig in bibliophile Leckerbissen investieren. Seine Erfahrungen aus mehr als einem halben Jahrhundert bestätigen zugleich seine Erkenntnis, dass ein Buch mit einem hochwertigen Design Vorteile besitzt. Auch im Vertrieb.

Das ist die Welt von Bernd Schröder. Er kam bereits 1993 von Braunschweig nach Leipzig, weil ihn die altehrwürdige Messemetropole magisch anzog: „Leipzig vereint viele besondere Facetten und große Traditionen. Eine Stadt des Handels und der Bücher, zudem mit einer herausragenden Kulturlandschaft und einer besonderen Lebensart. Das alles faszinierte und begeistert mich, deshalb wollte ich seinerzeit hier her – und nun auch nicht mehr weg.“

Was ihn an Leipzig in herausragender Weise in den Bann zieht, ist die riesige Innovationskraft vor Ort: „Innovationskraft bedeutet eine ideale Verbindung aus Ideenreichtum und Tatkraft. Diese Kombination von Kreation und Umsetzung sichert den unternehmerischen Erfolg.“

Deshalb sollte 1993 die Wiege für sein Unternehmen Schröder-Design auch in Leipzig stehen. Einer aus seiner Sicht Vorbildfunktion ausübenden Universitäts- und Handelsstadt, die verdeutlicht, wie fruchtbar ein kontinuierliches und enges Miteinander von Wissenschaft und Wirtschaft sein kann.

Bernd Schröder stellt rhetorisch eine Frage, die derzeit viele Menschen bewegt: „Was wäre die Leipziger Wirtschaft über die Jahrhunderte gewesen ohne eine herausragende Hochschullandschaft – und wie hätte diese Hochschullandschaft zugleich ohne die Unternehmen vor Ort gedeihen können!?“

Innovationskraft, dieses ganz konkrete und besondere Lebenselixier von Leipzig, basiert auf der Verbindung von kreativen Köpfen und weitsichtigen Tatmenschen. Sagt Unternehmer Schröder: „Das zentrale Nahrungsmittel hierfür ist eine gute Bildung. In Verbindung mit regelmäßigen Denkanstößen, wie sie zum Beispiel die Kultur uns bietet.“

Leipzig gewährleistet diese Faktoren und Kombinationen seit „ewigen“ Zeiten, hat in den bald tausend Jahren seit seiner Ersterwähnung 1015 durch den Merseburger Bischof Thietmar auf diese Weise erfolgreich auch viele Rückschläge verkraftet und ist dann sogar gestärkt aus ihnen hervorgegangen.

Die Kernkompetenz von Bernd Schröder liegt im Bereich Design. Seine ersten Schritte auf den unternehmerischen Erfolgsweg setzte er 1990 in Braunschweig. Jener Stadt, die wie Leipzig im Zeichen des Löwen gedeiht – und die mit Leipzig so manche Ähnlichkeit und Verbindung aufweist.

Schröders Büro lag direkt an der Oker, zwischen der Hochschule für Bildende Künste und dem historischen Zentrum der Stadt. Das beflügelt die Fantasie und einen direkten Draht zum kreativen Nachwuchs.

Leipzigs Fußball wird seit ein paar Jahren neu beflügelt von Red Bull. Bernd Schröder beflügelte neben der Lage seines Büros ebenfalls eine Weltmarke: Der Braunschweiger Flügelinstrumente-Gestalter SCHIMMEL Pianos ließ das Corporate Design seiner Produkte durch ihn entwickeln. Das half zugleich Bernd Schröder bei der eigenen Identitätsfindung für die Unternehmensgründung von Schröder-Design.

Sein Credo ist ein Wortspiel: Ideen formen. Daraus ließe sich auch Ideenformen ableiten. Oder Ideen formen Ideenformen. Eine bunte Vielfalt – und vor allem das, wofür Leipzig steht und was in Leipzig gelebt wird, seit der Merseburger Bischof es erwähnt hat.

Weil Bernd Schröder zudem auf hohe Qualität setzt und Ambitioniertes ihn bevorzugt kitzelt, hat hier in Leipzig zusammengefunden, was zusammengehört.

Sein Unternehmen Schröder-Design steht auf drei Säulen: Produkt-Design, Kommunikationsdesign und Design für Verlage. Letzteres bildet seit 2004 einen Schwerpunkt und feiert somit dieses Jahr bereits ein zehnjähriges Jubiläum.

Es ist auch der Grund, warum Bernd Schröder den Sitz seines Unternehmens mittlerweile im „Haus des Buches“ am Gerichtsweg 28 etabliert hat: „Das ist ein ganz besonderer Ort in der Buchstadt Leipzig. Hier weht ein Hauch einer herausragenden Geschichte in Verbindung mit einer großartigen Aufbruchstimmung.“

Fachbücher bilden einen Schwerpunkt und gerade auch der Bereich Bildung. Große Namen gehören zu den Auftraggebern von Schröder-Design – Klett zum Beispiel oder Cornelsen und Duden, dazu die Evangelische Verlagsanstalt Leipzig. Nicht zu vergessen Bildungsträger wie die DIHK-Bildungs-GmbH des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Bernd Schröder ist bundesweit und international im Einsatz, die Geschäftssprache neben Deutsch auch Englisch.

Schröder-Design glänzte in Leipzig unter anderem auch durch die gestalterische Umsetzung der Jubiläumsausstellungen 200 Jahre F. A. Brockhaus 2005 und 150 Jahre E. A. Seemann 2008.

Bernd Schröder ist in Leipzig aber nicht nur beruflich unterwegs, sondern auch anderweitig engagiert. Etwa in der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Buchwissenschaft Leipzig e.V. (GFFB) oder dem Freundeskreis Grassi Museum. Im Verband Deutscher Ingenieure bringt er sich seit 2004 als Vorstandsmitglied im VDI Bezirksverein Leipzig ein, wo er bereits seit 1998 als Obmann für den Arbeitskreis Industriedesign wirkt.

Im Verein Deutscher Industrie Designer (VDID), dem ältesten und größten deutschen Designerverband, engagiert sich Bernd Schröder seit 2010 als Leiter der Regionalgruppen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens. Nicht zu vergessen an dieser Stelle auch die AGIL GmbH Leipzig – die Agentur für Innovationsförderung und Technologietransfer GmbH Leipzig.

Bernd Schröder ist viel unterwegs. Dabei verbindet er Beruf und Privates, weil der Beruf für ihn Berufung ist. Abschalten und gleichzeitig Anregung gewinnen kann er in der Oper: „Hier sind wir Abonnenten. Dabei sind wir durch Leipzig erst in die Welt der Oper vorgedrungen.“

Inspiration und Entspannung vermittelt Bernd Schröder aber auch der Fußball, was nicht in erster Linie durch seine Namensverwandtschaft mit dem Meistertrainer des 1. FFC Turbine Potsdam bedingt ist: „Leipzig hat eine riesige Fußballtradition. Auch deshalb drücke ich RB Leipzig die Daumen. Der Aufstieg würde mich zudem einen möglichen Abstieg von Eintracht Braunschweig ein wenig leichter ertragen lassen, weil ich dann in der nächsten Saison beide Clubs in der 2. Bundesliga im direkten Vergleich erleben könnte. Noch habe ich aber Hoffnung auf den Klassenerhalt der Eintracht. Da wird gute Arbeit geleistet. Etwa vom Leipziger Jürgen Rische.“

Fußball, Bücher, Industriedesign und große Geschichte. Nur vier von einer ganzen Reihe von Bezugspunkten, die Braunschweig und Leipzig verbinden. Bernd Schröder genießt das. Vorwiegend aus der Perspektive seiner Wahlheimat Leipzig.

Holger Gemmer

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